Schlaf & Träume I

Im 19. Jahrhundert schrieb Friedrich Hebbel: “Der Traum ist der beste Beweis, daß wir nicht so fest in unserer Haut eingeschlossen sind, als es scheint.

Jeden Abend, wenn wir einschlafen, schaltet sich unser Bewusstsein scheinbar für mehrere Stunden ab. Wir hören auf zu sehen, zu hören, zu fühlen, was sich um uns herum ereignet. Die Welt der Träume und die Welt des Wachseins sind dermaßen unterschiedlich, dass man von jedem Menschen behaupten könnte, er lebe in zwei verschiedenen Welten. Besonders klar wird das Unterschiedsgefälle dieser beiden Zustände, wenn man den Menschen mitten in der Nacht plötzlich weckt und er nicht gleich verstehen kann, wo er ist und was mit ihm geschieht.

Schlaf und Träume

Die meisten Menschen nehmen den Traum als etwas alltägliches, gewöhnliches wahr und nur selten machen sich gesunde Menschen Gedanken darüber, was seine Natur und Bedeutung sein mag. Erst wenn der Traum sich auflöst, wird erzum Problem. Das Ziel dieses Artikels ist es zu zeigen, dass der Traum, einer der wichtigsten Lebensprozesse, in den letzten Jahren zunehmend zu einem mehr und mehr interessanten Objekt wissenschaftlicher Analyse geworden ist. Ergebnisse neuester Forschungen geben Anstoß zur Hoffnung, dass die Antworten auf die Fragen, die Jahrhunderte lang die Gedanken der Menschen heimgesucht haben, nun endlich gefunden werden können. Ich versuche ebenfalls, beim Leser eine allgemeine Vorstellung davon zu erschaffen, wieviele verschiedene wissenschaftliche Disziplinen sich um die Forschung der Träume bemühen. Im Kern der Sache kann man behaupten, dass nicht ein einziges Gebiet gegenwärtiger Wissenschaft es schafft, einerseits eine dermaßen wichtige, fundamentale Bedeutung und andererseits eine unmittelbare Beziehung zum Alltag eines jeden Menschen in sich zu vereinen wie die Traumforschung. Die Wissenschaft des Schlafs und der Träume ist aber in noch einer Hinsicht einzigartig: die eigene, individuelle Lebenserfahrung macht einen Jeden, sozusagen, zum Spezialisten in diesem Gebiet.

Schlaf und Träume

Schlafforschung

Das deutsche Wort “Schlaf”, das englische “sleep” oder das holländische “slaap” entstanden ursprünglich aus dem gotischen “sleps” über das alte und mittelalterlich-germanische Wort “slaf”. Im Deutschen bedeutete “schlafen” zunächst “schlapp werden”. Auch das Wort “Schlummer” und sein anglikanisches Äquivalent “slumber” besitzen eine germanische Herkunft von der indogermanischen Wortwurzel “slu”. Dieses Wort erschien erstmalig im unteren und mittleren Gebiet Oberdeutschlands und fand seinen Weg in die Literatursprache im 16. Jahrhundert durch Martin Luther. “Dösen” besitzt ebenfalls einen englischen Bruder namens “doze”, “Dusel” ist verwandt mit dem englischen “dizzy” und hat die gleiche Wurzel wie das Wort “dunstig”. Demzufolge kann man beim Schlummern oder Schlafen auch von einer Konnotation ausgehen, die dem Wort einen nebligen Bewusstseinszustand zuschreibt. In anderen Sprachen lauten die Worte für schlafen oder träumen: son (Russisch), hipnos (Griechisch), alvás (Ungarisch), uni (Finnisch), uyku (Türkisch), shenach (Althebräisch), nemuri (Japanisch), shu yao (Chinesisch), nidura (Telugu, Südindisch) und lala (Zulu).

Schlaf und Träume

Martin Luther

Im Gebiet der europäischen Länder besitzen die meisten Wohnungen ein Schlafzimmer, also einen besonderen Raum für den Schlaf. Allerdings ist dies eine relativ neue Erscheinung in der Menschheitsgeschichte. Noch zu Zeiten des frühen Mittelalters schliefen die Menschen gewöhnlich in einem großen Raum – im selben, der auch für andere Zwecke diente. Diener schliefen in unmittelbarer Nähe des Herrn, um immer bereit zu stehen. Erst als das Zeitalter der Schlösser europäischer Könige begann, kamen auch die getrennten Schlafräume zum Vorschein. Eins der bekannteren Schlafzimmer gehörte dem Sonnenkönig Ludwig XIV; es lag im Zentrum des Schlosses und war das Zentrum königlicher Macht. Lever du Roi (das Erwachen des Königs) war eine besondere Zeremonie, die jeden Morgen stattfand, und während welcher der König eine Audienz führte, während er noch in den Federn lag – dieses Ritual galt als das wichtigste am Hof. Der Brauch, ein getrenntes Schlafzimmer zu haben, wurde später von der Aristokratie übernommen, und fand seinen Weg in die Häuser der mittelständischen Bevölkerung erst einige Zeit später.

Schlaf und Träume

Versailles, Schlafzimmer

Die Organisation der Schlafräume war ab und zu auch ein Problem der Gasthöfe. Peter Gleichmann, ein deutscher Soziologe, berichtete, dass es im 17. Jahrhundert einen solchen Andrang an Besuchern in Deutschland gab, die wegen der Heilbrunnen kamen, dass die Hälfte aller Gäste nur bis Mitternacht in den Betten schlief und sich dann mit der anderen Hälfte der Besucher abwechselte – so wenig Schlafplätze gab es. In den Dörfern starb auch augenblicklich die alte Gewohnheit aus, in einer Reihe hingestreckt zu schlafen. Gleichmann zitiert ein Dokument über bretonische Bauern im 19. Jahrhundert; hierbei beschreibt er, wie alle Familienmitglieder des Herren zusammen mit der Dienerschaft in einem riesigen Bett schliefen. Vorbeiziehenden Wanderern bot man herzlichst ein warmes Plätzchen in demselben Bett an.

Die wachsende soziale Abgrenzung von Männern und Frauen im 19. Jahrhundert kommt auch in den Schlafgewohnheiten zum Vorschein. In wohlhabenden Familien hatten Herr und Herrin des Hauses getrennte Umkleideräume, und die Kinder besaßen ein Kinderzimmer. Manchmal gab es für Jungen und Mädchen auch getrennte Zimmer. Schlafzimmer, die bislang auch für Fremde zugänglich waren, wurden zu intimen Bereichen. Dies alles spiegelte sich im Aufbau der Hotels und Wirtshäuser, wo große Gemeinschaftsräume immer seltener wurden und mit der Zeit von Einzelzimmern ersetzt wurden.

Schlaf und Träume

So wollte man nicht mehr schlafen

Damals gab es keine festen Regeln, was den Schlafort und die Schlafzeit betraf. Gleichmann führt Illustrationen vor, die mit dem späten Mittelalter datiert sind, zum Beispiel Bilder einer flämischen Schule, in der oft Personen abgebildet werden, die am helllichten Tag irgendwo am Haus oder am Straßenrand schlafen, oder gar im Feld. Selbst in unseren Zeiten beeindruckt die modernen Touristen die Tatsache, dass es in Ländern wie Indien eine so große Anzahl an Menschen gibt, die am Tag mitten auf der Straße schlafen. In Europa formierte sich im Gegensatz dazu die Überzeugung, dass es nicht in Ordnung sei zu schlafen wo und wann man will. Es gilt zum Beispiel als Ordnungswidrigkeit, auf der Straße oder an anderen öffentlichen Orten zu schlafen. Die Polizei weckt solche Menschen gewöhnlich auf. In so großen Städten wie Paris drücken die Beamten also meistens beide Augen zu, was Obdachlose angeht, die unter Brücken und in U-Bahnstationen einschlafen. Dabei können Menschen einer höheren sozialen Schicht in öffentlichen Transportmitteln, Zügen und Flugzeugen schlafen, und dies gilt als vollkommen gewöhnlich.

Schlaf und Träume

China; ein Arbeiter hält sein Mittagsschläfchen

„Wer früh aufsteht – den erwartet Glück“, heißt ein Sprichwort. Früh schlafen gehen und früh aufstehen, um von Früh an sich an die Arbeit zu machen, war schon immer eine tugendhafte und vorbildliche Weise zu leben. „Wer früh schlafen geht und früh aufsteht, der wird stark, gesund und vernünftig sein“, lautet es im anderen Sprichwort. Bei Shakespeare wird Julia von ihrer Amme beschimpft: „Na, steh schon auf, du Schlafmütze!“, als sie bemerkt, dass ihre Herrin noch schläft. Im Bezug auf die Jugend wird die Regel des frühen Schlafengehens stets nicht nur als ethisch, sondern auch als gesund betrachtet. Professor Theodor Steckmann, der Begründer der deutschen Schule zu Beginn des 20. Jahrhunderts, hat seinen Schützlingen immer die sogenannte Regel des gesunden Schlafs eingeredet. Er glaubte daran, dass der Schlaf vor Mitternacht eine doppelt so starke Regenerationskraft besitzt als der Schlaf nach dieser magischen Stunde, und er behauptete, dass man sich mit 4-5 Stunden des Nachtschlafs begnügen kann, wenn man um 19:00 ins Bett geht. Steckmann und seine Nachfolger haben viele Möglichkeiten beschrieben, diese Behauptungen zu prüfen, allerdings fehlen ernsthafte wissenschaftliche Forschungen zu Gunsten dieser Hypothese bis zum heutigen Tag. Dieser Gesichtspunkt, mit dem man sich bis heute konfrontiert, also dass der Schlaf bis Mitternacht besonders wichtig für die Gesundheit ist, gewann kaum besondere Unterstützung bei Experimenten. Dennoch ist die Uhrzeit, in der der Mensch sich schlafen legt, keineswegs gleichgültig für ihn.

Schlaf und Träume

Sonnenaufgang - unbezahlbare Belohnung für Frühaufsteher

Der Nachfolger Steckmanns, Georg Alfred Tjenes, schreibt: „Der Morgen ist die allerbeste und bequemste Zeit für die Arbeit, da wir uns morgens wie neugeboren, elastisch und energisch fühlen, wir sind offener dafür, durch äußere Einflüsse stimuliert zu werden; kurz gesagt, morgens verjüngen wir.“ Doch es kann sein, dass der Leser zu der Kategorie der Menschen gehört, der bezüglich des frühen Aufstehens keinen Lobgesang verlieren will. Wer es morgens schwer hat, aufzustehen, und noch schwerer hat, dabei eine gute Laute beizubehalten, wird oft beschuldigt, mit dem falschen Bein aufgestanden zu sein. Nach dem Aufstehen bleiben solche Menschen in einem Halbschlaf-Zustand, sie sind matt und mies gelaunt, sie haben keinen Appetit und essen daher wenig oder gar nichts zum Frühstück. Den ganzen Morgen lang fühlen sie sich wie im falschen Teller, mit den Mitmenschen reden sie mit einem recht gereizten Ton. Um Mittag herum werden ihr physisches Wohlbefinden und ihre körperliche Laune langsam besser, sie verspüren einen Zufluss an Kräften und Heiterkeit. Solche Menschen weisen ihre höchste Arbeitsfähigkeit eher abends auf und behalten ihre Aktivität und Wachsamkeit bis in die späten Abendstunden bei.

Schlafspezialisten nennen solch einen Typ der Menschen „abendlich“. Er unterscheidet sich entscheidend vom ausgeprägten „morgendlichen“ Typ, der eher den Doktrinen von Steckmann und Tjenes entspricht. Menschen „morgendlichen“ Typs stehen von alleine auf und ohne Anstrengung, sie fühlen sich erholt und frisch, ihre Arbeitsfähigkeit ist zu früher Stunde maximal. Zum Abend hin leert sich die Batterie, sie werden müder und sie gehen, wenn es die Umstände erlauben, früh ins Bett.

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Der typische Spätaufsteher

Der englische Schlafspezialist Jim Horn und sein schwedischer Kollege Olof Estberg entwickelten einen besonderen Fragebogen, um zu bestimmen, ob ein Mensch eher abendlichen oder morgendlichen Typs ist. Sie hoben nur 5 Menschenkategorien hervor: „eindeutig morgendlicher oder abendlicher“ Typ, „mäßig ausgeprägter morgendlicher oder abendlicher“ Typ und „neutraler“ Typ. In der Bevölkerungsgruppe, die sie untersuchten, ging der typische Vertreter des „eindeutig morgendlichen“ Typs im Durchschnitt 1,5 Stunden ins Bett und stand um 2 Stunden früher auf als der „eindeutig abendliche“ Typ.

Es wurden auch Unterschiede in der Dynamik der Körpertemperatur zu unterschiedlicher Tageszeit festgestellt: der abendliche Temperaturhöhepunkt „morgendlicher“ Menschen trat um mehr als eine Stunde früher auf als bei den „abendlichen“ Kollegen. Amerikanische Forscher Wills Webb und Michael Bonnet kamen zu den selbigen Rückschlüssen; außerdem zeigten sie, dass Menschen „morgendlichen“ Typs haben, was die Quantität angeht, einen eher stabileren Schlaf, d.h. Sie schlafen jede Nacht in etwa die gleiche Anzahl an Stunden ab und sie sind im Großen und Ganzen mit der subjektiven Qualität ihrer Träume zufrieden, als es die „abendlichen“ Typen behaupten konnten.

Schlaf und Träume

Tageszeit und Körperwärme

Bis vor Kurzem gab es noch keine ernsthafte wissenschaftliche Untersuchung dieser Fragestellung, und die vorhandenen Ergebnisse schufen kein klares Bild. Allerdings sind die Charakteristiken dieser unterschiedlicher Schlaftypen und ihre Verteilung in der Bevölkerung ein wichtiges Thema in der wissenschaftlichen Analyse. Solch eine Analyse ist sehr wichtig im Bezug auf die Menschen des eindeutig ausgeprägten abendlichen Typs, die in unserer Gesellschaft oft einen unangenehmen Druck und unzureichendes Verständnis ihnen gegenüber verspüren. Ihr Lebensrhythmus ist keineswegs ein Zeichen der Schlamperei, sondern er stellt einfach einen Randbereich auf der Kurve statistischer Charakteristikverteilung in der gesamten Bevölkerung dar.

Die Frage, warum es überhaupt diese Unterschiede zwischen den morgendlichen und abendlichen Typen gibt, bleibt noch unbeantwortet. Wir wissen nach wie vor nicht, wie groß die Rolle der erblich konstitutionellen Vorbestimmtheit oder wie wichtig der Faktor der Gewohnheiten, die man sich im Leben angeeignet hat, wirklich ist. Es gibt allerdings einige Hinweise darauf, dass die vererbten Faktoren eher wichtiger sind.

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Schlafverhalten - eine Vererbungsfrage?

Napoleon schlief sehr wenig. Er ging zwischen 10 und 12 Uhr abends ins Bett und schlief bis 2 Uhr nachts. Dann stand er auf, arbeitete bis 5 und schlief dann wieder bis 7 Uhr morgens. Bekannt ist seine Äußerung darüber, dass nur Dummköpfe und Behinderte viel Schlaf benötigen. Weitere berühmte Wenigschläfer, die nicht mehr als 4-6 Stunden des nächtlichen Schlafes benötigten, waren Churchill und Edison. Der britische Staatsmann arbeitete wie üblich bis 3-4 Uhr nachts und war um 8 Uhr morgens schon wieder auf den Beinen, wobei er nie darauf verzichtete, eine zweistündige Siesta – Tagschlaf – einzulegen. Andererseits gibt es auch Beispiele von langschläfrigen Genies, wie Albert Einstein. Er verbrachte jede Nacht ca. 10 Stunden im Bett und sagte, dass er erst im Traum einige sehr wichtige Elemente der Relativitätstheorie entdeckt habe.

Wenig schlafende Subjekte sind besonders wichtig bei der Erforschung, da ihre Regenrationsprozesse, die, wie man annimmt, im Schlaf auftreten (obwohl es unklar ist, wie sie in Wirklichkeit funktionieren), auf eine doch recht kurzen Zeitspanne begrenzt sind. Es wird berichtet, wie der spanische Künstler Salvador Dali seine Siestas vollzog. Er saß im Sessel, auf dem Boden neben ihm stand ein Metalltablett und zwischen Zeigefinger und Daumen hielt er einen Löffel fest. Er hatte die Möglichkeit, sich im Sessel zurückzulehnen und zu entspannen, aber sobald er eindöste, fiel der Löffel aufs Tablett und er wachte auf. Dieser Zustand, der zwischen Wachsein und dem Schlaf auftritt, machte ihn so munter, dass er zur Arbeit zurückkehrte, und zwar erholt und voller Elan: eine wahrlich surrealistische Erholung nach dem Mittagessen!

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Napoleon und Dali

Generell gesagt, die Welt der Träume verschwindet mit dem Aufwachen und hinterlässt oft nur eine wage Erinnerung. Manchmal kann man sich morgens noch daran erinnern, dass man geträumt hatte, aber nicht mehr daran, wovon man träumte. Wenn man berücksichtigt, dass 1-2 Stunden in jeder Nacht im paradoxen Schlaf vergehen, in welchem die Träume erscheinen, so erscheint diese Fähigkeit der Träume, so schnell zu verfliegen, umso bemerkenswerter. Wenn uns jemand direkt nach einem Traum weckt und das im Traum entstandene Bild noch in unserem Hirn gespeichert ist, so stellt man dennoch fest, dass man dieses Bild kaum mit Worten wiedergeben kann, und die Versuche in dieser Richtung sind selten befriedigend.

„Träume kann man nicht nacherzählen; sie verdunsten, sobald der rationale Verstand versucht, sie in Worte zu packen“.

John Antrobus, ein amerikanischer Forscher von Schlaf und Träumen, zeigte, dass der Hauptunterschied zwischen den Träumen in den zwei Stadien des Schlafs in ihrer Dauer liegt, und nicht im Inhalt. Von seinem Gesichtspunkt aus können längere Träume, die charakteristisch für den paradoxen Schlaf sind, grelle und herausragende Elemente beinhalten als die kurzen Träume, die beim langsamen Schlaf entstehen. Diese Unterschiede in der Traumdauer spiegeln vermutlich die Tatsache wider, dass Träume besser in Erinnerung bleiben, wenn man aus dem paradoxen Schlaf statt aus dem langsamen Schlaf geweckt wird.

Schlaf und Träume

Ein schöner Traum… doch worum ging es da nochmal?

Die Verbindung unter den Träumen und den Traumstadien beinhaltet auch noch einen anderen, interessanten Aspekt: traumartige Erlebnisse und Wiederholungen aus dem Leben entstehen nicht nur während dem nächtlichen Schlaf, sondern auch bei Einschlafen und Aufwachen. Im Tagebuch des österreichischen Schriftstellers Robert Musil ist ein besonderes Erlebnis beschrieben, das den Übergang aus der Welt der Gedanken in die Welt der Träume beschreibt und umgekehrt, welcher beim stufenartigen Erwachen entstehen kann:

„Gedanken im Traum. Ich durchlebe sie erneut am frühen Morgen. Leider vergesse ich sie zum größten Teil. Es sind halb Gedanken, halb Träume. Ich träume sie, doch gleichzeitig entfliehen sie nicht der Willenskontrolle, wie am Tage. Ich sehe auch Alpträume. Sie sind das erneute Durchleben von Träumen einer erschreckenden Natur, die gewöhnlich in der zweiten Nachthälfte während des paradoxen Schlafs auftreten und zu Beginn des Erwachens verschwinden. Wir können uns an den Traum erinnern, aber wir sind sicher, dass es nur ein Traum war. Diese sogenannten pavor nocturnus (Nachtängste) haben unterschiedliche Erscheinungsformen. Meist schreit der Schlafende und wacht plötzlich auf, er schwitzt und er atmet schneller als sonst. Selbst im wachen Zustand sieht er verwirrt aus und kann nicht erklären, was er geträumt hat. Kinder können 5-10 Minuten brauchen, bis sie wieder ruhig sind und zu sich gekommen sind. Am frühen Morgen wissen sie nichts mehr davon.“

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“War ja nur ein Traum…”

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